04.10.2017

Was bringt werteorientiertes Führen?

Wenn man sich mit Mitarbeitern heute über ihren Vorgesetzten unterhält und sie sich diesen in seiner Rolle wünschen, ist das Bild ein völlig anderes als noch vor 10 Jahren. Der Chef soll längst nicht mehr »nur« delegieren, vorantreiben und das Unternehmen nach außen repräsentieren. Was er heute mitbringen muss, ist Offenheit für das Welt- und Werteverständnis seiner Mitarbeiter. Leider sind die meisten davon immer noch weit entfernt.

Wo Zahlen, Daten, Fakten regieren
Firmen legen ihren Fokus immer noch darauf, was die Zahlen am Ende eines Monats sagen. Es wird zugesehen, dass der Mitarbeiter »sein Geld Wert ist«. Bringt er nicht mehr die erwartete Leistung, muss er gehen. Sein Platz wird recht zügig wieder neu besetzt. Solange die Zahlen stimmen. Wie sich der Mitarbeiter in einer solchen Unternehmenskultur fühlt, kann nur vermutet werden. Die Krankenstände und Kündigungen sprechen ihre eigenen Worte. 

Es muss ein großes Umdenken stattfinden!
Ein Unternehmen – und dazu gehören unweigerlich die Führungskräfte als Entscheider – hat es selbst in der Hand, gute Mitarbeiter zu finden, zu binden und zu Zugpferden für weitere gute Mitarbeiter zu machen. Das Problem: Viele sehen es noch nicht. Und diejenigen, die es sehen, wissen nicht, wie sie das in ihrem Unternehmen schaffen können. Die Lösung liegt in den Unternehmenswerten, die klar formuliert und dargestellt sein müssen und gleichzeitig in gutem Einklang stehen mit den Wertesystemen der Menschen, die für das Unternehmen arbeiten. Zu schaffen ist das durch werteorientierte Führung.

Werte kurz erklärt

Zum einen werden Werte als wichtig erachtet, was man an den Formulierungen in den Unternehmensbroschüren lesen kann. Das alles hört sich dort gut an, doch ist es meist schlecht verständlich und schon gar nicht greifbar. Denn Werte sind tief in uns Menschen verankert. Werte bestimmen unbewusst darüber, was wir gut finden oder schlecht, was wir mögen oder wogegen wir eine Abneigung haben, was uns antreibt und was uns unglücklich macht. Damit haben wir Orientierung und Halt. 

Ist werteorientiert Führen besser?
Wer werteorientiert führt, kennt die Wertesysteme seiner Mitarbeiter und nutzt dieses Wissen dafür, sie so zu führen, wie sie es brauchen, um sich wohlzufühlen und gute Arbeit leisten zu können. Vergleichen kann man das mit den Haltungsbedingungen von Tieren: Ist diese nicht »artgerecht«, werden die Tiere auf Dauer krank und bringen nicht mehr ihre Leistung. Ist die Führung eines Mitarbeiters nicht »artgerecht« – also nicht seinen Werten entsprechend – wird auch er mit der Zeit unzufrieden, krank, kündigt innerlich und bringt nicht mehr seine erwünschte Leistung. Ist das in der Führung bekannt, wird das von entscheidendem Vorteil sein.

Wie führt man nun werteorientiert?

Dazu muss man als Führungskraft nicht nur die Wertesysteme seiner Mitarbeiter kennen und verstehen, sondern auch die eigenen. Hierbei hilft das Analysetool »9 Levels of Value Systems«. Dazu muss man verstehen, dass es mehrere Stufen der Werteentwicklung gibt, die jeder Mensch durchläuft. Mit dem Modell der 9 Levels lernt man jede dieser Stufen kennen und kann ein Verständnis dafür entwickeln, warum möglicherweise der eine Kollege immer wieder in einen Konflikt mit einem anderen Mitarbeiter kommt, warum jemand nicht in einem Team zurechtkommt oder in seinem Aufgabenbereich unglücklich ist. Auf jedem Level wollen Menschen anders geführt werden. Mithilfe der 9 Levels of Value Systems kann man erkennen und verstehen, welcher Führungsstil wo am besten funktioniert.

In unserem nächsten Blog gehen wir auf die im unternehmerischen Kontext relevanten Stufen ein und was dort in Sachen Führung beachtet werden muss.

Bleiben Sie dabei!

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